THE IRON LUNG QUINTET

INDIE / ORCHESTRA

New Album Narrow Escapes (CD, Digital) out 

1 September 2019 

(recordjet/Edel Distribution)

Reviews on "narrow escapes":


"Schwere See"
Plattentests.de/Carl Ackfeld


"Da haben The Iron Lung Quintet aber gehörig viel Seeluft geschnuppert. "Narrow escapes", das nunmehr dritte Album der Hamburger rund um den Sänger Christian Uhlig, setzt den vor zehn Jahren eingeschlagenen Weg fort und blickt dabei sowohl über das Meer Richtung Horizont, als auch durch die Fenster verstiegener Hafenspelunken. Gemächlich, mit viel Raum zur Entwicklung ihres zwischen Americana, Chanson und Post-Rock changierenden Sounds, erzählt die Band dabei wortreichende Geschichten.


Sicherlich leben die elf Songs vor allem von ihren fülligen Arrangements und der Stimme Uhligs. Kaum ein Stück kommt ohne eine elegische Streicherpassage aus, und so rückt schon die Eröffnung "God's upper jab is hard to block" nahe an ähnliche waidwunde Seelenstreichler wie DeVotchKa oder Murder By Death. Uhligs kratziges Organ entfacht ein flackerndes Irrlicht, das sich zwischen die dunklen Gitarrenfiguren mischt, im herausragenden "The villagers are restless" liefern sich Sänger und Cellobegleitung ein furioses Tête-à-Tête, in dem Uhlig schlussendlich sein Innerstes nach außen zu stülpen scheint. Wie Fischer ihre Netze ziehen The Iron Lung Quintet dabei ihre Hörer zu sich an Bord, doch im Gegensatz zur schuppigen Beute möchte man nicht sofort wieder über die Reling springen. Man steigt stattdessen gemeinsam in die rauchgeschwängerte Kajüte und tanzt zum furiosen Boogie "Hand me the monkey wrench" mit dem Klabautermann um die Wette.

Doch nicht nur die wie Elmsfeuer züngelnden, schnelleren Stücke überzeugen auf "Narrow escapes". Bei den Duetten mit Melanie Harmdorff durchziehen zärtliche Schlieren sowohl den Beinahe-Titelsong "A narrow escape" als auch die sanfte Ballade "Those in the know" und erinnern an an die abgetönten Elegien von Poems For Laila. Hier wie dort mischt sich ein leichter Hauch von Balkan unter das Klangspektrum und tut der zuweilen ein wenig zu ziellos kreiselnden Instrumentalbegleitung sehr gut. Das merkt man vor allem in der zweiten Hälfte des Albums, in der die leisen Töne überwiegen und wo doch auffällt, dass sich die fünf Musiker fast schon ein wenig zu viel Zeit genommen haben, um noch einen Schlenker oder Melodiebogen in ihren Songs unterzubringen. Anderseits braucht es dann aber doch wieder die große Geste, wenn die Band nach solistischem Einsatz Uhligs in "What seperates the living from the dead" auf der kleinen Weltbühne dazustößt. Beinahe befreit bekommt der Song mit mehr Unterbau ein bis dahin nie gehörtes klares Wesen und löscht die wachsüberkrusteten Kerzen auf dem Hafenbar-Klavier zugunsten der langsam hereinströmenden Morgensonne.

Das stetige Auf und Ab, das Ausbrechen und Abschwellen wie die Wogen des Meeres, auf "Narrow escapes" lässt es sich fast körperlich erfahren. Nicht zwingend ein Sturm, aber nicht von ungefähr schwere See mit all ihren Umständen lässt einen mit der Hand über dem Auge über den Himmel schauen und den melancholischen, sehnsüchtelnden Geschichten lauschen. The Iron Lung Quintet liefern die passende kleine Flucht aus dem Alltag, ohne diesem gar keine Beachtung zu schenken ..."

https://www.plattentests.de/rezi.php?show=16294


"Zeitlos gute Musik mit vielen Zwischentönen"
underdog-fanzine.de/Fred

"The Iron Lung Quintet adaptieren Elemente aus Klezmer, Big Band und global Pop. Sehr vielschichtige Arrangements ohne Bombast, aber mit detailliert ausgeschmückten Klangbildern, in denen stets ein Hauch von Melancholie, Melodramatik mitweht.


Ein prägendes Merkmal dafür ist sicherlich Christians warm-rauchige Gesangsstimme, der wie ein Poet die Fallhöhe des Erhabenen und des Banalen skizziert. Geschichten und Gedanken, die gestreichelt werden und ein wohliges Gefühl auslösen ("The villagers are restless"). Zurückhaltung und Gelassenheit obliegt einem konzentrierten Spiel, einer unterschwellig ästhetischen Spielform voll theatralischer Charakteristika. Narrow Escapes ist vor allem eines: ein Spannungsfeld ästhetischer Darstellungsformen, zeitlos gute, angenehme Musik mit vielen Zwischentönen, tagträumerischen Episoden und osteuropäische Volkslied-Referenzen."

https://www.underdog-fanzine.de/2019/08/28/the-iron-lung-quintet-narrow-escapes/